Als ehemaliger Bewohner des Einzugsgebietes des Luftwaffenflugplatzes Jagel sollte mich das Geräusch tieffliegender Düsenjäger nicht übermässig ängstigen, doch hier im beschaulichen Schwabenland ist es doch eine eher kuriose Ausnahme und so horchte ich verwundert, als ich das Brausen PS-starker Turbinen über mir vernahm.
Und ein Kontrollblick aus des Wohnungs Fenster liess nichts erkennen, denn die Wolken hingen schwer, bleiern-grau über diesem Pfingstmontag. Doch hübsch, ja geradezu kurios war die Tatsache, daß sonst nie zu erblickende Nachbarn, selbst Dachwohnungsbewohner alle an ihren jeweiligen Fenstern hingen und wir alle, für eine Sekunde dem gleichen Gedanken verhaftet, den Wolken entgegenstarrten.
Ein Stuttgarter Reifenhändler hatte den Ausfall der Bordelektronik seines Privatflugzeuges zu beklagen und war damit unfähig Funksprüche zu tätigen, vernünftig zu navigieren und so weiter und so fort, die Flugzeugbesitzer unter uns wissen wovon ich redeschreibe, also wurden zwei Phantom Düsenflieger hinaufbeordert, um mal nach dem Rechten zu sehen und mit vielen Handzeichen wurde dann der Konsens erzielt zu dritt den Stuttgarter Flughafen anzufliegen.
Was lernt mich das? Nun trotz der Gewöhnung an Kampffliegergeräusche merkte ich auf und so kann ich drohendes Unheil wahrnehmen, doch ist dies ein Segen? Sollte ich nicht vielmehr diesem Radau keine Achtung zollen, um so von kurz bevorstehender Gefahr (Weltuntergang, Klopapier alle, etc.) keine Kenntnis zu erlangen und dadurch friedlichere letzte Augenblicke verleben zu können?
Doch das gemeinschaftliche, ehrfürchtige Starren in unseren Äther liesse mich frohlocken, wenn ich als Anhänger des mosaischen Glaubens die Ankunft des Heilands erwartete. Da ich aber diesem Glauben nicht anhänge und ich auch meinen Nachbarn diese Glaubensform abspreche war dieser ganze Vorfall nichts als eine kurzfristige Unterbrechung des Trotts, eine Begebenheit von solch’ niedlich geringer Bedeutung, daß sich selbst ein referieren über diese nicht wirklich anbietet.
Wernher von Braun
, Raketenritt![]()

mit
am 27.12.2005 um 18:08 Uhr
Ergänzend: Werner van Braun war übrigens ein Amerkianer, glaubt man der dortigen Propaganda
Paradox ist, das den Jungs und Mädchen die kuriosesten Geschichten durch die Le(e)hrbücher vermittelt wird und das alle, bis auf die Bösen, einfach als amerkanische Errungenschaft verkauft wird. Ach ja, die Bösen sitzen ja im White House. Wie konnte ich das vergessen