Stanley “Tookie” Williams

13.12.2005 von tulek

Am Rande meines Nachrichtenkonsums fiel mir auch die Diskussion um eine mögliche Begnadigung Williams’Wikipedia auf und natürlich hätte ich mir gewünscht das Governeur Schwarzenegger das Todesurteil aussetzt und in eine lebenslange Haftstrafe umwandelt, denn prinzipiell bin ich gegen dieses Auge um Auge, Zahn um Zahn Denken.
Aber der Mensch ist nunmal ein barbarisches Tier und Gewalt ist eines der Erfolgsrezepte der Evolution. Ich kann mir kein Urteil erlauben, ob der Delinquent nur seiner gerechten Strafe zugeführt wurde oder womöglich gar völlig ohne Schuld starb. Was mich an der Geschichte viel mehr bewegt ist diese grausame Option auf eine Begnadigung - dieses Schweben zwischen Hoffen und Bangen (wobei Bangen nicht mal an der Oberfläche des Gefühls kratzen dürfte, welches der Verurteilte empfindet). Wie kann man dem Tod gefasst ins Auge sehen, wenn immer in den Tagen und Stunden vor dem letzten Gang die vage Aussicht auf ein Einlenken der Mächtigen besteht? Wenn eine Nation schon auf dieses unwürdige Spektakel besteht, dann auch in aller Konsequenz. Aber so ist das Gewissen beruhigt, die “guten” Verbrecher haben eine letzte Chance, nach Jahrzehnten des Wartens auf das Finale verzichten zu dürfen. Die “Bösen” sollen schmoren bis dahin.
Warum nicht so mutig sein und das Urteil so schnell wie möglich vollstrecken? Wäre das eventuell zu grausam?
Niemand sollte das Recht haben (und ausüben dürfen) das Leben anderer zu beenden, auch nicht mit staatlicher Legitimation, man stellt sich mit Mördern auf eine Stufe ist um keinen Deut besser als diese. Egal wie das Todesurteil vollstreckt wird sind alle die es tun für mich Mörder, ob nun im finsteren Kerker in China oder gepflegten Gefängnissen der USA.
Sicherlich hat die deutsche Art Schwerverbrecher abzustrafen ihre Schwächen, die leider auch oft genug ersichtlich sind, aber letztendlich sind wir über plumpe Vergeltung erhaben und schützen unsere Gesellschaft mit humaneren Massnahmen, sicherlich ist das subjektive Gefühl, daß es zum Beispiel Kinderschänder viel härter treffen müsste, vorhanden, aber wir sind kein Volk, das wahllos Täter umbringt und sich danach sicherer fühlt. Es spielt für den Menschen keine Rolle ob ein Mörder hinter Gefängnismauern darbt oder aber hinter Friedhofsmauern, einzelne, reaktionäre Misstöne der ewig Unzufriedenen ausgenommen.
Technorati, Technorati, Technorati

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