Wenn ich eine Sache an Weihnachten vermisse, dann ist es diese nicht auszuhaltende Spannung, die man als Kind Tage vor Weihnachten und insbesondere die letzten Stunden vor der Bescherung durchlebt. Man wusste nichts mit sich anzufangen und sämtliche Uhren im Haus schienen stehengeblieben zu sein.
Irgendwann verlor sich diese Ungeduld und damit ging ein Stück Weihnachtszauber verloren, ich freue mich noch immer auf Weihnachten und insbesondere das sich immer Wiederholende macht mir Freude an diesen Tagen: die Diskussion ob vor der Bescherung wirklich der Abwasch gemacht werden muss - wobei mittlerweile der Geschirrspüler diese obsolet macht -, das feierliche Zwielicht in der guten Stube, die Diskussion um plattdeutsche Weihnachtsmusik (oder nicht) - wobei ich mittlerweile wohl auf Seiten meiner Mama stehe und die Godewind Weihnachtsdoppel-CD befürworte -, die bange Frage ob die - in allerletzter Minute besorgten - Weihnachtsgeschenke gut ankommen, die hemmungslose Völlerei, das Einheizen der Stube mit den größten Holzstücken, die noch in den Ofen passen, die Ente bei Oma …
Weihnachten ist bei uns nie religiös geprägt gewesen und wir haben es wohl schon immer als Konsumfest zelebriert, aber wichtiger als diese Ausrichtung war einfach das Zusammensitzen die Freude aller Beteiligten an diesem Abend. Durchatmen, Spiele spielen, Geschenke ausprobieren und miteinander innehalten so kurz vor einem neuen Jahr, das ist für mich Weihnachten. Ich verstehe Weihnachtsverweigerer nicht, sicherlich, man setzt sich in der Vorweihnachtszeit viel Stress aus, doch muss es einen Gegenpol zu der Geruhsamkeit an Heiligabend geben.
Mir persönlich würde ein Jahr ohne Weihnachten keine Freude machen und in diesem Sinne der eindeutigen Bejahung des Kommerzes und der Feierlichkeit wünsche ich meiner handvoll Leser(innen) ein schönes Weihnachtsfest, ich verabschiede mich in eine kurze Pause und bin am 28.12.2005 wieder für Euch da.
Weihnachten
, Kindheit![]()
