Große Angst herrscht hier im Schwabenland, man fürchtet sich vor allem, was man nicht kennt und man kennt hier so einiges nicht. Jetzt hatte das baden-württembergische Innenministerium die schöne Idee einbürgerungswillige Muslime mit fiesen Fangfragen auf eine etwaige islamistische Gesinnung zu testen.
Subtilität kennt man hier im Ländle auch nicht und daher sind die Fragen auch von folgender Güte:
“Stellen Sie sich vor, Ihr volljähriger Sohn kommt zu Ihnen und erklärt, er sei homosexuell und möchte gerne mit einem anderen Mann zusammen leben. Wie reagieren Sie?”
“Wie stehen Sie zu der Aussage, dass die Frau ihrem Ehemann gehorchen soll und dass dieser sie schlagen darf, wenn sie ihm nicht gehorsam ist?”
Mehr dazu gibt es hier zu lesen.
Es gibt hier aber auch Menschen mit Humor und diese haben einen Fragebogen zusammengestellt, der wahre Ausbürgerungswellen auslösen könnte:
1. Ihr Sohn hatte soeben einen Herzinfarkt und muß sofort ins Krankenhaus, aber Sie haben die Kehrwoche noch nicht gemacht. Wie verhalten Sie sich? [Wehe, hier wird die Kehrwoche angezweifelt, WEHE!…]
2. Wie viele Bausparverträge besitzen Sie bzw. wollen Sie sich zulegen?
3. Warum dürfen Sie auch als Moslem schwäbische Maultaschen essen, obwohl Schweinefleisch drin ist? [Lösung: Der hochwertige Nudelteig schwäbischer Maultaschen ist selbst für Gottes Blick undurchlässig. Katholiken dürfen die daher sogar am Karfreitag essen.]
4. Sprechen Sie laut und akzentfrei nach: “Schaffe schaffe, Häusle baue!”
5. Nennen sie sämtlichen Könige des Ländles der letzten 200 Jahre bis heute!
6. Warum hat unser Berliner Folterminischterle immer recht? [Lösung: Weil er aussem Ländle kommt! Drom!!]
7a. Backen Sie einen Hefezopf! Die Zutaten finden Sie unter Ihrem Sitz.
7b. Schaben Sie 250g Spätzle!
8. Medienkompetenz 1: Beschreiben Sie die Handlung mindestens zweier Folgen der Hörspielserie “Frau Kächele ond Frau Äbers”.
9. Medienkompetenz 2: Wer sind das Äffle und Pferdle?
10. Sprachtest: Übersetzen Sie in eine aüsländische Sprache Ihrer Wahl (gern auch Hochdeutsch): “äwwel”, “Bähmull”, “Scheiraburzler”, “Heidaschtuergert”, “Lellabebbel”, “hupfelig”, “Hamballe”, “Grasdaggl”.
Grüßle aus Schtuergert, Michael, der meint, ob dieser Versäumnisse sollte man diese depperten reigschmeckten Beamten sofort wegen unschwäbischer Umtriebe ausweisen (am besten nach Bayern oder sogar in die dunklen Gefilde von jenseits dem Weißwurstäquator, oder so…)
[1]: Reigschmeggte:= Sammelbezeichnung für irgendwelche obskuren Ausländer, also von weiter als wo ~80km von Stuttgart weg. Wenn von Norden, dann sagt man auch “Fischkepp”.
Nachzulesen hier.
via E.T. Hoffmann
