Words, don’t come easy

23.2.2006 von tulek

So traurig es ist, aber wir alle müssen uns die Tatsache eingestehen, daß in meinem Leben gerade ein bisschen die Monotonie das Zepter schwingt. Und das macht sie durchaus erfolgreich, ein bisschen selbstverschuldet, aber darauf gehe ich an dieser Stelle mal nicht ein, ansonsten, da bin ich mir sicher, könnte ich das Augenrollen hören.
Um Euch aber nicht damit zu langweilen wie doofinspirationslos ich bin, werde ich einen Schwank aus meiner Schulzeit präsentieren:
Zu Zeiten meines Mittelstufenbesuchs an der Lehranstalt meiner Wahl ward uns Schülern ein großer Heroe der Bundespolitik ins Haus gezaubert, der uns seine Erlebnisse zum Thema Nationalsozialismus näher bringen sollte. Wenn ich mich recht erinnere war es Gerhard StoltenbergWikipedia und sämtliche anwesende Geschichtslehrer sagten wir könnten am Ende des Vortrages gern Fragen stellen aber keine politischen! Es war klug vom Lehrkörper dies im Vorfeld anzukündigen, denn so konnten die Streber schonmal über die beifallbringende Mörderfrage sinnieren.
Der Vortrag ist zu Ende müdesergriffenes Schweigen im Publikum, aufrüttelnde Worte der Lehrer folgen nun doch bitte Fragen zu stellen, wo man uns doch einen so wichtigen Zeitzeugen engagiert hat. Keiner hat natürlich Lust sich mit den Großen zu unterhalten, doch da: in der ersten Reihe rechts eine Meldung - natürlich der oberuncoole Sohn des Mathematiklehrers aus Sextazeiten meldet sich, na jetzt kommt wohl die Mörderfrage:
Und ich zitiere jetzt wortwörtlich, denn diese bescheuerte Einleitungsfloskel ist mir als die allerübelste Floskel aller Zeiten im Gedächtnis geblieben

Ich und meine Freunde von der Jungen Union fragen uns warum -insert here: damals aktuellen Politikskandal-

  • Uh, beim Gast verschissen (der aber leider Gottes darauf einging, da er der gleichen unseligen Partei angehörte, wie der Fragensteller und Politiker profilieren sich nun mal gern)
  • unten durch beim Lehrkörper (aber nicht ganz, schliesslich ist’s ein Lehrerkind)
  • Aber bei den Schülern, zumindest bei mir, war er sowas von gesellschaftlich tot (war er vorher auch schon weil -> Lehrerkind)

Zusammengefasst: Er hatte nichts zu verlieren und wie sonst hätte er sich besser politisch outen können?
Technorati, Technorati

11 Responses to “Words, don’t come easy”

  1. FiFy meint
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    Ich muss wirklich schon eine Menge Gehirnzellen gekillt haben, denn ich kann mich an dieses Happening beim besten Willen nicht erinnern…leider…*schnief*
    ach ja… und vielen Dank für die charmanten Untertöne bezüglich der “Lehrerkinder”: Wir können nichts für unsere Abstammung und schämen uns schon genug im stillen Kämmerlein - mehr, als sich die “Normalgeborenen” vorstellen können!

  2. BigRik meint
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    Ich kann mich noch sehr gut an das “ich und meine Freunde von der Jungen Union” erinnern. Dieser Satzbeginn kommt mir immer wieder hoch, wenn ich irgendetwas von eine parteigebundenen Jugendorganisation höre. Schön, wenn sich aus Monotonie solch ein Beitrag verursacht.

    Auch zu den Lehrerkindern noch ein Wort. Man hat es auch so schon nicht einfach, jetzt aber auch noch öffentlich an den Pranger gestellt zu werden…. Gerade gestern beim ersten Date kam die Frage nach der Profession der Eltern auf. Eine verlegene Antwort und einem doch arg enttäuschten Blick später folgte nur die nette Ermunterung: “Dafür bist Du aber noch ganz normal.”

  3. BigRik meint
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    Auch zwei Lehrer als Eltern haben den fiesen Fehler im ersten Absatz nicht verhindern können.

  4. tulek meint
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    So, ich hatte gar nicht mehr nachgezählt wie viele Pädagogenkinder ich in meinem Freundeskreis habe, nach reiflicher Überlegung sind sogar alle (fast alle) meine Freunde mit mindestens einem lehrenden Elternteil versehen, also schärfe ich mal das Lehrerkinderprofil, ich meine natürlich alle Lehrerkinder die die selbe Schule wie das Elternteil besuchen …
    MIMOSEN Ihr!

  5. tulek meint
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    @BigRik
    Ist schwierig vom Juristendeutsch wieder ins richtige Deutsch zu wechseln, gell? :D

  6. FiFy meint
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    Juchu… und jetzt machen wir nach den Lehrerkindern die Juristen fertig?!?!?
    Aber trotzdem danke für die Profilschärfung - zumindest sind Ansätze von beginnender Toleranz zu erkennen…;-)

    Mimosengrüsse von der sonnigen Ostseeküste! :-)

  7. tulek meint
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    Wir alle sind Randgruppe!™
    Und so einen wunderbaren Satz haue ich in den Kommentaren raus. Ist er doch die perfekte Antwort auf die Du-bist-Deutschland-Manie.

  8. FiFy meint
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    Gekonnt gekontert… ;-)

  9. jethr0 meint
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    ich nehme mal keinen anstoß an der “lehrerkind” geschichte. schließlich weiß ich ja wie beliebt die superlearning- und wolken-zeichnen-kurse meiner mutter bei euch waren…

    und ich meine, das hieße jetzt nach der zehnten reform “gekonntert”; das ist sonst so aufwändig mit den ganzen verschiedenen wortstämmen. so haben es mir zumindest mein ältern mal beigebracht; aber in ortografi hatte ich ja immer schon meine schwerigkeiten.

  10. FiFy meint
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    Je nun, wie wir heute gelernt haben, gehören ein paar orthographische Fehler bei Juristen zum guten Ton… sie zeugen von unserer Fähigkeit, den Inhalt über die Form zu stellen! ;-)

    ABER: Soweit ich weiss, kommt “kontern” nicht von “können”, sondern von “Kontra” und wo da das zweite “n” des Wortstammes herkommen soll, ist mir schleierhaft… also zur Hölle mit der Rechtschreibreform (die wir Schleswig-Holsteiner ohnehin per - leider ignoriertem - Volksentscheid abgelehnt haben!)!!!

  11. freilach meint
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    Oh. Ich komme wohl erheblich zu spät zu dieser interessanten Diskussion. Macht aber nichts. Ich fühle mich eh nicht gekränkt, bin ja weder ein Lehrerkind noch Jurist.

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