(Die folgende Meinung poste ich losgelöst von meiner roten Socken Gesinnung, konservative Geister sollten in dieser Situation ähnlich denken)
Im globalen Monopoly Geldverkehr rollt der Rubel, mal schnell, mal langsam. Manchmal sind die Banken mit ihren Peseten auf die schnelle Mark aus. Und wenn es nicht genug Geld für die Bänker gibt, dann denken sich Banken geldähnliche Produkte aus und verkaufen diese und das funktioniert so lange bis sich der glückliche Käufer mal echtes Geld zur Hand nimmt und dieses mit seinem geldähnlichen Produkt vergleicht und dann ist aber was los, hallo, gibt das dann einen Rabatz.
Soweit so schlecht, dass Unschuldige mit in den Strudel der Finanzmärkte gerissen werden, mein Gott die Welt ist nunmal böse, das sollten wir allmählich gelernt haben. Das Amerika 700 Milliarden Dollar zusammenkratzt (jetzt wird Geld auch Sonntags und am Sabbat gedruckt, die Montag-Donnerstagmittag Produktion wird direkt in den Irak verschifft, der Rest jetzt demonstrativ auf den Gehsteig der Wallstreet gekippt), ok passt zwar nicht zum Kapitalismus, aber irgendwas muss ja getan werden.
Das jetzt aber Josef “Victory” Ackermann seinen Verstand benützt, um mal wieder Blödsinn zu reden, DAS überrascht nicht, ist aber trotzdem unangenehm.
Denn auch wenn im Deutschen Haus alles toll ist soll der deutsche Staat doch mal wieder regulierend (im falschen Wortsinne gebraucht, lies: spendend und schenkend) eingreifen. Damit die Banken wieder zueinander Vertrauen fassen können (natürlich: mit neuem Spielgeld macht Bank sein viel mehr Spaß). Aber wehe Bankenfusionen werden argwöhnisch beäugt, das geht dann ja gar nicht…
Ich mag ein Kleingeist sein, aber dieses “Lass-mich-in-Ruhe-Staat-ausser-es-geht-mir-ans-Geld-dann-hilf-mir-schnell” ist echt zum Kotzen.

Mit
am 6.10.2008 um 16:24 Uhr
Ja, ich finde es einfach zu demonstrieren, dass der Markt sich nicht grenzenlos selbst regulieren kann. Viele derjenigen, die es hätten besser wissen müssen und letztendlich für dieses Schlamassel verantwortlich sind, haben noch ihre Abfindungen und Boni bekommen und dann die Unternehmen einfach verlassen.
Dass dann Vatter Staat kommen muss, um das Schlimmste zu vermeiden ist nicht nur traurig sondern auch verabscheuungswürdig. Risikobereitschaft sollte zwar andererseits auch nicht staatlich verboten werden, aber der Profit der Hazardeure auf Kosten der Allgemeinheit ist in dieser Form nicht tragbar.
Ob alle möglichen Umgehungs-Fälle durch staatliche Intervention und Regulierung verhindert werden können bezweifle ich, aber irgendwer sollte wegen fahrlässigen Handelns und Rechtsumgehung (siehe für Sub-Prime Kredite genutzte “special purpose vehicles” außerhalb der Bilanzen und existenter Regulierungen) zur Rechenschaft gezogen werden…