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Archiv für die Kategorie 'Kultur'
18. 12. 2005 von tulek
In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg war englisch einkaufen der euphemistische Ausdruck für stehlen, das wollte ich nur mal festgehalten haben, bevor es dem Vergessen anheimfällt und ein großes Wehklagen durch die Republik geht, nur weil niemand mehr weiß wie englisch einkaufen geht.
Englisch einkaufen
, Sprachforschung![]()
Zwar völlig diametral zu meiner schönen Raketa-Uhr, aber dennoch erwähnens- und berichtenswert ist die Tatsache, daß es eine Binäruhr gibt, ein hübsches Weihnachtsgeschenk für Geeks.
Passend dazu kann ich auch meinen derzeitigen Lieblings-Geek-Witz erzählen:
There are only 10 types of people in the world:
Those who understand Binary,
and those who don’t.
[via GadgetMania]
Binäruhr![]()
Beim Anbringen des Deodorants nicht direkt nachschauen, ob man die richtige Stelle trifft. Die Aerosole, die man dabei einatmet, hinterlassen ein unangenehmes Gefühl im Nasen-/Rachenraum.
Badezimmer
, Chemieunfall![]()
Im Süden unserer Republik gibt es einen urigen Brauch: die Kehrwoche
, diese wird noch einmal in eine kleine und große Kehrwoche unterteilt. War ich bisher immer unangenehm berührt mit Eimer und Feudel das Treppenhaus zu schrubben und dankbar wenn mich niemand sah, ist mir im Laufe der Zeit aufgefallen, daß es Sinn macht aufzufallen. Denn ansonsten wird man schief angeguckt und man gerät in den Verdacht die Kehrwoche nicht zu machen, deshalb ist es nötig möglichst viel Radau beim Putzen zu machen, daß heißt jeder zweite Feudelschlag sollte ans Treppengeländer donnern. Um sichtbare Zeichen zu setzen sollte der gesamte zu wischende Bereich im Wasser schwimmen, welches möglichst penetranten Reinigungsmittelduft verströmt.
Nur durch diese Massnahmen hat man der Pflicht genüge getan. Und kann sich vor den Argusaugen der Nachbarn ungehemmt gerieren.
Folgt man meinen Ratschlägen nicht, kommt es schnell zu unschönen Pamphleten im Treppenhaus:
Bezeichnenderweise ist dieses Blatt nicht unterschrieben und so hat nun jede Partei Anlaß die jeweils anderen als kleinliche Korinthenkacker im persönlichen Notizbuch der Feinde zu führen.
Kehrwoche
, Korinthenkackerei
, Schwaben![]()

Seit einiger Zeit wirbt Sony für seinen neuen Fernseher namens Bravia, über den Gerätenamen kann man geteilter Meinung sein, aber der Spot ist in Zeiten aufdringlichster Werbung angenehm ruhig und so selten ich fernsehe so gern sehe ich mir diesen schönen Spot an. Eben habe ich (auf der Suche nach dem Interpreten des Liedes, der diesem Spot die Ruhe gibt) die Seite zur Kampagne entdeckt und dort kann man sich den Spot auch nochmal in Ruhe ansehen, es gibt sogar eine extended Version (seit Herr der Ringe sehr en vongue) und das Sahnehäubchen der gelungenen Kampagne ist die Tatsache, daß der dänische Regisseur echte (250.000) Flummis eine echte Straße in San Francisco herunterpurzeln liess. Dagegen ist der Domino-Day mit dem schlechtesten Kommentatorenduo aller Zeiten ein schlechter Witz. Es ist zwar nicht meine Art Werbung zu betreiben, aber ihr sollt euch ja nur mit dem Spot befassen und nicht den, sicherlich sündhaft teuren, Fernseher kaufen.
Bravia
, Flummis![]()

Endlich, nach nur 2-monatiger Wartezeit, ist meine Raketa-Uhr angekommen. Die Krone sowjetischer Uhrmacherkunst mit einer Ganggenauigkeit von -40 bis +20 Sekunden pro Tag, je nach Lust und Laune und Temperatur. Handaufzug und einer drehbaren Lünette mit der man ganz bequem und ohne Verrenkungen gucken kann wie spät es wohl gerade bei anderen ist. Mein Lieblingsfeature und wohl das Lieblingsfeature aller, die eine solche Uhr besitzen und tragen, ist aber die 24 Stundenanzeige in analoger Vollendung und weil es die Uhrzeit unlesbar macht hat sich diese Idee auch nur im finsteren Sowjetreich manifestieren können. Vielleicht haben wir da auch einen der Gründe für den Untergang des Imperiums, die Unfähigkeit Termine einzuhalten mangels lesbarer Uhren.
Nachtrag: Die Uhr auf dem Bild zeigt 15:08 Uhr und 18 Sekunden an.
Mehr zum Thema bei Mario Sixtus
Raketa
, Sowjetunion![]()
Aus Ermangelung sinnvoller Beschäftigungen/sozialen Kontakten gucke ich ab und zu JambaMTV und da gern diese halbseidenen Dokumentationen wie zum Beispiel MTV Cribs, wo uns Rockstars die Haustür öffnen und mit ihren protzigen Palästen angeben und dümmliche Geschichten zu diesem oder jenen Einrichtungsgegenstand erzählen.
Was mir dabei leider auffällt (und sich bei den Osbournes schon ankündigte) die ganzen hammerharten Oberrocker wohnen zwischen “Gelsenkirchener Barock” und puscheligen Plüschsofas natürlich erweitert durch begehbare Kühlschränke und Swimmingpools, die internationale Wettbewerbsmaße aufweisen.
Hallo? Wo ist denn da bitte der Rock? Wo ist das punkige, rebellige, todverachtende? Wo bleibt denn die Glaubwürdigkeit eines Heavy Metal Menschen, wenn er uns ein Haus zeigt in dem George W. Bush sich ebenso wohl fühlen würde wie jeder Durchschnittsspiesser (Achtung bei diesem Wort nicht verlesen)? So ein Dreck, euer Reichtum kotzt mich an, wenn ihr ihn nicht benutzt um weiter an den Grundfesten der Bürgerlichkeit zu sägen…
Biederkeit
, Poser
, Rock ist tot![]()
Heute ist mir etwas Nettes untergekommen, die mysteriöse Botschaft am Ende des Liedes I'm so tired an die Hörer
Paul is dead man. Miss him, miss him, miss him
und ich habe mir mal die Mühe gemacht es für Euch hörbar zu machen, daß sind aber nicht alle Hinweise. Viel Spaß beim Gruseln.
Der falsche Paul heißt übrigens eigentlich William und hat kurz vorher einen Paul McCartney Ähnlichkeitswettbewerb gewonnen (trotzdem musste er sich noch einigen Operationen unterziehen).
Mir ist durchaus bewusst, daß diese Geschichte soooo einen Bart hat, trotzdem finde ich sie hübsch und kleidsam.
Beatles
, Verschwörung![]()
Wie ich jüngst einer Dokumentation über den Wiederaufbau/die Einsegnung der Dresdener Frauenkirche entnehmen konnte werden Kirchenglocken immer zur Sterbestunde Christi gegossen. In weltlichen Termen gesprochen ist dies immer freitags um 15:00 Uhr.
Da stellen sich mir zwei Fragen:
- Welcher findige Kopf schaute auf die Uhr, als Christi seinen (vorerst) letzten Atemzug tat?
&
- Warum holte Gott seinen einzigen Sohn nicht pünktlich zum Mittagessen? Jesus muß ja bis zum Abendbrot fast verhungert sein…
Aber es ist schön zu wissen, daß es immer noch solch’ Zinnober zu erfahren gibt, das sind diese kleinen Dinge, die mich mit Freuden in der Wissensgesellschaft leben lassen.
Jesus
, Glocke![]()

