Archiv für die Kategorie 'Machtmenschen'

Moralisches Dilemma

27. 5. 2010 von tulek

Haben eigentlich alle I- pod/phone/pad, Kindle, Zune, whatever Nutzer Blut an Ihren Händen?

Das Arbeiter bei Foxconn freiwillig nicht alt werden wollen finde ich schon bedenklich, aber wir wollen ja unsere Gadgets alle zu einem günstigen Preis, wobei zumindest Apple (und sicherlich auch andere) mit ihrem 20:80 Geschäftsmodell nichts wirklich günstig anbieten…

Also liegt es an der berühmten asiatischen Arbeiter-/Ausbeutermentalität? Das die westlichen Auftraggeber jetzt aufgescheucht selbst mal einen Blick riskieren wollen, ist wenig mehr als Augenwischerei und ich fürchte es läuft da ähnlich wie in der Textilbranche: wegsehen solang es geht, dann Aktionismus und klammheimlich zur nächsten Sklaventreiberkaschemme wechseln (wenn andernorts die Bedingungen zwar menschlich, die Preise aber zu hoch sind).

Das nennt man dann wohl Globalisierung.

Mehr Demokratie wagen!

6. 5. 2010 von tulek

Für die meisten meiner Leser ist es noch kein Thema, aber trotzdem eines, welches alle angeht.

Ab dem 1.7.2010 ist der Haftpflichtbeitrag für Hebammen dermassen hoch, dass selbst etablierte Hebammenpraxen große Probleme bekommen werden weiterhin Geburtshilfe (DIE Kernkompetenz der Hebammen) anbieten zu können.

Leider tragen Gesetzgeber und Krankenkassen dieser Entwicklung keine Rechnung und speisen Hebammen, die Geburten freiberuflich begleiten, mit Beträgen ab, die ein kostendeckendes Arbeiten so gut wie unmöglich machen (vom Verdienst mal ganz abgesehen).

Nehmt Euch doch bitte die Zeit und unterstützt hier eine Petition. Es fehlen noch gut 30.000 Mitzeichner (Stand 6.Mai 11:15 Uhr), damit sich der Bundestag einmal mit diesem Problem (hoffentlich konstruktiv) befasst.

Ich schreibe das jetzt auch nicht als Mann einer Hebamme, sondern als Vater, der sehr dankbar ist für eine tolle Betreuung meiner Frau und meines Sohnes durch engagierte Hebammen, denen es nichts ausmacht zu allen möglichen Uhrzeiten aus dem Bett geklingelt zu werden, um dann freundlich und kompetent einer jungen Familie zu einem tollen Start zu verhelfen.

Mehr Infos nach einem Klick hier.

Gern dürft Ihr auch im Freundes-/Bekanntenkreis auf diese Petition aufmerksam machen.

Eine sichere Bank

3. 10. 2008 von tulek

(Die folgende Meinung poste ich losgelöst von meiner roten Socken Gesinnung, konservative Geister sollten in dieser Situation ähnlich denken)
Im globalen Monopoly Geldverkehr rollt der Rubel, mal schnell, mal langsam. Manchmal sind die Banken mit ihren Peseten auf die schnelle Mark aus. Und wenn es nicht genug Geld für die Bänker gibt, dann denken sich Banken geldähnliche Produkte aus und verkaufen diese und das funktioniert so lange bis sich der glückliche Käufer mal echtes Geld zur Hand nimmt und dieses mit seinem geldähnlichen Produkt vergleicht und dann ist aber was los, hallo, gibt das dann einen Rabatz.

Soweit so schlecht, dass Unschuldige mit in den Strudel der Finanzmärkte gerissen werden, mein Gott die Welt ist nunmal böse, das sollten wir allmählich gelernt haben. Das Amerika 700 Milliarden Dollar zusammenkratzt (jetzt wird Geld auch Sonntags und am Sabbat gedruckt, die Montag-Donnerstagmittag Produktion wird direkt in den Irak verschifft, der Rest jetzt demonstrativ auf den Gehsteig der Wallstreet gekippt), ok passt zwar nicht zum Kapitalismus, aber irgendwas muss ja getan werden.

Das jetzt aber Josef “Victory” Ackermann seinen Verstand benützt, um mal wieder Blödsinn zu reden, DAS überrascht nicht, ist aber trotzdem unangenehm.
Denn auch wenn im Deutschen Haus alles toll ist soll der deutsche Staat doch mal wieder regulierend (im falschen Wortsinne gebraucht, lies: spendend und schenkend) eingreifen. Damit die Banken wieder zueinander Vertrauen fassen können (natürlich: mit neuem Spielgeld macht Bank sein viel mehr Spaß). Aber wehe Bankenfusionen werden argwöhnisch beäugt, das geht dann ja gar nicht…

Ich mag ein Kleingeist sein, aber dieses “Lass-mich-in-Ruhe-Staat-ausser-es-geht-mir-ans-Geld-dann-hilf-mir-schnell” ist echt zum Kotzen.

Fitna

2. 4. 2008 von tulek

Ich habe mir Geert Wilders’ Fitna angesehen und meine schlimmen Erwartungen erfüllten sich…

Dieser Film existiert nur aus seiner selbst heraus, es geht Herrn Wilders darum einen Aufreger zu provozieren und das scheint ihm noch nicht einmal gelungen.
Jeder radikale Moslem kann in diesem Film gar keinen Affront sehen, weil er einfach nur krude Koranverse und doofe O-Töne (und -Bilder) aneinanderreiht. Dramaturgisches “Glanzlicht” der abgetrennte Kopf eines “Ungläubigen”. Offensichtlich soll die Angst vor dem Islam mit diesem mageren Material geschürt werden. Selten wurde ein Ziel so grandios verfehlt.

Während Theo van Goghs Kritik künstlerisch und dramaturgisch wertvoll war, ist dieser Versuch sich selbst eine Fatwa aufzuerlegen schon sehr peinlich. Ein bisschen fühle ich mich an die Karikatur erinnert in der Kanzler Dollfuss versucht neben den “großen” Hitler und Mussolini ebenbürtig zu erscheinen… nun die Geschichte sah Dollfuss scheitern und Geert Wilders kann sich zwar weiterhin als Lieblingsfeind aller Rechtgläubigen sehen, aber was da mit soviel PR Tamtam vorbereitet wurde erweist sich als warmes Lüftchen.
Mit dieser Montagetechnik könnte man jedwede erdenkliche Menschengruppe stigmatisieren wollen und würde doch nur auf den Hosenboden fallen.

Ich verzichte mal auf einen Link zum Film, er ist einfach nur schlecht.

Free Tibet

20. 3. 2008 von tulek

Normalerweise bin ich gut informiert. Aber woher diese plötzliche Verve kommt mit der sich Tibet gegen die chinesische Okkupation erhebt, weiß ich ehrlich gesagt nicht.

Denkt man an Tibet kommt einem ja unweigerlich der Dalai Lama in den Sinn und dieser steht eher für eine buddhistisch geprägte Gewaltlosigkeit zumindest kann und mag ich nicht glauben, daß dieser weise und für uns Langnasen unaufgeregt wirkende Mensch ein aufrührerischer Rebellenführer ist.

Immerhin liegen 50 Jahre friedlichen Protests hinter der Exilregierung und allen Tibetern. Das China jetzt die Aufstände nutzt um den Dalai Lama auf das übelste zu diffamieren und die eigene Härte mit einem angeblich gelenkten Protest begründet – absurd und beschämend.

Was mich aber wirklich wütend macht ist dieses Wischiwaschi um einen Olympiaboykott:
Jetzt sprechen betroffene Sportler, heucheln Verständnis wollen aber Politik nicht auf ihrem Rücken ausgetragen wissen. Das das Morden und die brutale Unterdrückung mit Politik nichts mehr zu tun hat, sondern eine Katastrophe darstellt… geschenkt.
Man hat ja so lang trainiert.
Schauen wir uns die Mächtigen an, ein ebenso trauriges Bild, man protestiert zaghaft möchte die Werkbank der Welt aber nicht zu sehr kränken, woher sollen sonst auch die schönen Billigwaren kommen?

Bei einer ähnlichen Ausgangssituation im Iran wäre die Reaktion sicherlich sehr viel deutlicher (nicht besser) ausgefallen.

Mir scheint der Rest der Welt lässt ein Abgleiten in die finstersten Zeiten Chinas ungehindert geschehen und China hat ja auch mit Umsicht alle Ausländer der Region verwiesen, damit nicht so hässliche Bilder wie 1989 ihren Weg zu uns finden mögen.
Es kann keine Frage sein ob die Spiele boykottiert werden sondern nur noch wann und das sollte längst nicht die einzige Reaktion sein. Man kann nicht ein Fest der Nationen in einem Land austragen in dem einzelne Bevölkerungsgruppen leiden und sterben müssen für den Wunsch nach Heimat und Identität.

Wahlkampf

9. 3. 2008 von tulek

Wäre unser Wahlkampf nur halb so pathetisch und emotional, er würde sicherlich mehr Menschen mitreissen als das was Beck, Merkel, Koch, Wulff und wie sie alle heissen abliefern. Andererseits haben wir auch mehr als 2 Parteien…

Yes we can.
Ich mag Hillary nicht, ich mag die Republikaner nicht, ich werde eventuell einen Präsidenten Obama nicht mögen, aber ich finde seinen Wahlkampf und den damit einhergehenden Idealismus mitreissend.

[Edit] Hauptverantwortlich für dieses tolle Lied ist übrigens Will.I.Am

Ja er lebt noch …

20. 11. 2006 von tulek

Gern würde ich dieses Blog mit Inhalt füllen, aber da T-Online der (irrigen) Auffassung ist, daß ich kein Internet brauche ist meine Zeit, die ich im Internet surfen kann eher knapp bemessen.
Ich bin aber (noch) guter Dinge, daß sich dieses Problem spätestens bis Weihnachten (’07) gelöst sein wird.

Blöd-Zeitung

14. 2. 2006 von tulek

Es ist ziemlich dummdreist von Dir, liebe Bildzeitung, einen Politiker zu verurteilen, weil in einer Immobilie, die ihm gehört, auch Rinnsteinprinzessinnen ihrem Beruf nachgehen und dann noch haarklein vorzurechnen was dieser Mensch verdient (als Politiker), selber aber jeden Tag unzählige Anzeigen gewerblicher Liebhaberinnen abdruckst und damit einen arschvollsehr viel Geld verdienst.
Siehe auch hier.
Technorati, Technorati

Eddie Stoiber erklärt die Welt

13. 1. 2006 von tulek

Wenn Sie a* vom Hauptbahnhof in München mit 10 Minuten, ohne daß Sie am Flughafen noch einchecken müssen. Dann starten Sie im Grunde genommen am Flughafen … am am Hauptbahnhof in München, starten Sie Ihren Flug. 10 Minuten schauen S’sich* mal die großen Flughäfen an: wenn Sie in Heathrow in London oder sonstwo meine se’sche* Charles de Gaulle, äh, in Frankreich oder in äh in in äh in äh Rom. Wenn Sie sich mal die Entfernungen anseh’n*, wenn Sie Frankfurt sich ansehen, dann werden Sie feststellen, daß 10 Minuten … Sie jederzeit locker in Frankfurt brauchen, um Ihr Gäd* zu finden. Wenn Sie vom Flug- äh vom Flufl* äh vom Hauptbahnhof starten, Sie steigen in den Hauptbahnhof ein, Sie fahren mit dem Transrapid in 10 Minuten an den Flughafen in an den Flughafen Frnz* Josef Strauss dann starten Sie praktiesch* hier am Hauptbahnhof in München. Das bedeutet natürlich, daß der Hauptbahnhof, im Grunde genommen, näher an Bayern, an die bayrischen Städte heran wächst, weil das ja klar ist, weil auf dem Hauptbahnhof viele Linien aus Bayern zusammenlaufen.
*=Das sind keine Rechtschreibfehler sondern dezente Hinweise auf Eddies Aussprache

Das mitzuschreiben war die Hölle … anhören kann man sich das hier.

  • 1. Ich verstehe nur Bahnhof.
  • 2. Ich will nie, nie den Münchener Hauptbahnhof sehen, wenn es da so zugeht, wie Eddie uns das erklärt.
  • 3. Erst denken dann sprechen, nicht andersrum!
  • 4. Worauf will Edmund hinaus?
  • 5. Nie das Redemanuskript auf dem Klo vergessen!

Technorati, Technorati, Technorati

Holzhammermethode

7. 1. 2006 von tulek

Große Angst herrscht hier im Schwabenland, man fürchtet sich vor allem, was man nicht kennt und man kennt hier so einiges nicht. Jetzt hatte das baden-württembergische Innenministerium die schöne Idee einbürgerungswillige Muslime mit fiesen Fangfragen auf eine etwaige islamistische Gesinnung zu testen.
Subtilität kennt man hier im Ländle auch nicht und daher sind die Fragen auch von folgender Güte:

“Stellen Sie sich vor, Ihr volljähriger Sohn kommt zu Ihnen und erklärt, er sei homosexuell und möchte gerne mit einem anderen Mann zusammen leben. Wie reagieren Sie?”

“Wie stehen Sie zu der Aussage, dass die Frau ihrem Ehemann gehorchen soll und dass dieser sie schlagen darf, wenn sie ihm nicht gehorsam ist?”

Mehr dazu gibt es hier zu lesen.
Es gibt hier aber auch Menschen mit Humor und diese haben einen Fragebogen zusammengestellt, der wahre Ausbürgerungswellen auslösen könnte:

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