Die Tücken des Alter(n)s

27. 4. 2005 von tulek

Eine Beobachtung bei meinem derzeitigen Arbeitgeber hat mich mal wieder über das Älterwerden nachdenken lassen: ein älterer Herr mit Bundfaltenhose marschierte mir entgegen und schon aus 4 Metern Entfernung sah ich am linken Hosenbein ganz unten (da wo der Fuß beim Anziehen rausguckt) eine knallgelbe, und ich meine wirklich KNALLGELB, Wäscheklammer sitzen/klemmen.
Ist das das Alter? Einfachste Kontrollblicke nicht mehr zu tätigen/hinzukriegen

“Momentchen, sind da signalfarbene Wäscheklammern an meiner Büxe? Nein, gut dann kann ich sie ja anziehen…”

Zählen (schwäbische) Rentner Ihre Wäscheklammern nicht ab beim Auf-/Abhängen der Wäsche, die kosten ja auch Geld, das man/frau eventuell gar nicht hat.

“Oh, schon wieder eine Wäscheklammer geklaut, verdammte Jugendbanden, zu meiner Zeit waren wir noch bei den katholischen Pfadfindern, da gab es sowas nicht, naja dann kriegt mein kleiner Enkel Joshua eben kein Duplo beim nächsten Besuch…”

Ich, für meine Person, habe beschlossen nicht so zu enden, mit Wäscheklammern an dem einen Hosenbein, einer Socke im anderen und einem Holzkleiderbügel im Nacken, aber kann ich darauf zählen, daß es so für mich kommt, muß ich im Alter bei meinen Kindern leben, die mir sagen:

“Vater, Du hast schon wieder eine pinke Klammer am Hemdkragen sitzen, willst Du nicht endlich in ein Heim ziehen? So kann das nicht weitergehen, Deine Enkel werden schon gehänselt, weil Du immer so rumläufst und dein Zimmer könnten wir auch gut gebrauchen, Du weißt doch, daß ich mir schon lang ein Bügelzimmer wünsche…”

Am Besten man kauft sich beizeiten einen Trockner aus heimischer Produktion (wider die Globalisierung), um solchen Missgeschicken vorzubeugen. Rheuma, Ischias und lecke Blase sind doch nichts gegen diese Art unfreiwilliger Clownerie, die alte Menschen immer wieder an den Tag legen (das mit dem Kleiderbügel sah ich auch schon, allerdings war es in jenem Fall “nur” ein schlanker Plastikbügel).
Ein Prosit auf’s Alter!
Technorati, Technorati