Süddeutsche Lebensart

3. 12. 2005 von tulek

Im Süden unserer Republik gibt es einen urigen Brauch: die KehrwocheWikipedia, diese wird noch einmal in eine kleine und große Kehrwoche unterteilt. War ich bisher immer unangenehm berührt mit Eimer und Feudel das Treppenhaus zu schrubben und dankbar wenn mich niemand sah, ist mir im Laufe der Zeit aufgefallen, daß es Sinn macht aufzufallen. Denn ansonsten wird man schief angeguckt und man gerät in den Verdacht die Kehrwoche nicht zu machen, deshalb ist es nötig möglichst viel Radau beim Putzen zu machen, daß heißt jeder zweite Feudelschlag sollte ans Treppengeländer donnern. Um sichtbare Zeichen zu setzen sollte der gesamte zu wischende Bereich im Wasser schwimmen, welches möglichst penetranten Reinigungsmittelduft verströmt.
Nur durch diese Massnahmen hat man der Pflicht genüge getan. Und kann sich vor den Argusaugen der Nachbarn ungehemmt gerieren.
Folgt man meinen Ratschlägen nicht, kommt es schnell zu unschönen Pamphleten im Treppenhaus:
Die Nachbarschaftsstasi ermittelt
Bezeichnenderweise ist dieses Blatt nicht unterschrieben und so hat nun jede Partei Anlaß die jeweils anderen als kleinliche Korinthenkacker im persönlichen Notizbuch der Feinde zu führen.
Technorati, Technorati, Technorati