Schwäbisch schwätze

21. 1. 2006 von tulek

Was ich definitiv nicht mag und leider oft genug erlebe ist es auf der Arbeit mit “He, Meischter!” angepöbelt zu werden.

  • Es heißt nämlich: Meister
  • Ich bin kein solcher
  • Ich will auch keiner werden
  • Ich kann auch nichts dafür, daß 3 Leute 12 Abteilungen betreuen

Es scheint mir eine Unart der schwäbischen Mentalität zu sein sich selbst wichtiger als alles andere zu nehmen. Ich habe noch nirgendwo solch aufgeblasene Kleingeister gesehen, die der Meinung sind “Platz da hier komm ich!” sei ein gutes Lebensmotto und nur für sie persönlich erdacht worden. Dieses Aufdrängen, Anfassen, Abfangen und Anpöbeln kotzt mich so dermassen an, daß es jetzt sogar den Weg in dieses Blog findet. Bravo, Baumarktkunden, bravo, das habt Ihr ganz toll gemacht.
Habe ich schon erwähnt, daß ich gerade nicht wirklich ausgeglichen bin?
Technorati, Technorati

Holzhammermethode

7. 1. 2006 von tulek

Große Angst herrscht hier im Schwabenland, man fürchtet sich vor allem, was man nicht kennt und man kennt hier so einiges nicht. Jetzt hatte das baden-württembergische Innenministerium die schöne Idee einbürgerungswillige Muslime mit fiesen Fangfragen auf eine etwaige islamistische Gesinnung zu testen.
Subtilität kennt man hier im Ländle auch nicht und daher sind die Fragen auch von folgender Güte:

“Stellen Sie sich vor, Ihr volljähriger Sohn kommt zu Ihnen und erklärt, er sei homosexuell und möchte gerne mit einem anderen Mann zusammen leben. Wie reagieren Sie?”

“Wie stehen Sie zu der Aussage, dass die Frau ihrem Ehemann gehorchen soll und dass dieser sie schlagen darf, wenn sie ihm nicht gehorsam ist?”

Mehr dazu gibt es hier zu lesen.
Es gibt hier aber auch Menschen mit Humor und diese haben einen Fragebogen zusammengestellt, der wahre Ausbürgerungswellen auslösen könnte:

Read the rest of this entry »

Süddeutsche Lebensart

3. 12. 2005 von tulek

Im Süden unserer Republik gibt es einen urigen Brauch: die KehrwocheWikipedia, diese wird noch einmal in eine kleine und große Kehrwoche unterteilt. War ich bisher immer unangenehm berührt mit Eimer und Feudel das Treppenhaus zu schrubben und dankbar wenn mich niemand sah, ist mir im Laufe der Zeit aufgefallen, daß es Sinn macht aufzufallen. Denn ansonsten wird man schief angeguckt und man gerät in den Verdacht die Kehrwoche nicht zu machen, deshalb ist es nötig möglichst viel Radau beim Putzen zu machen, daß heißt jeder zweite Feudelschlag sollte ans Treppengeländer donnern. Um sichtbare Zeichen zu setzen sollte der gesamte zu wischende Bereich im Wasser schwimmen, welches möglichst penetranten Reinigungsmittelduft verströmt.
Nur durch diese Massnahmen hat man der Pflicht genüge getan. Und kann sich vor den Argusaugen der Nachbarn ungehemmt gerieren.
Folgt man meinen Ratschlägen nicht, kommt es schnell zu unschönen Pamphleten im Treppenhaus:
Die Nachbarschaftsstasi ermittelt
Bezeichnenderweise ist dieses Blatt nicht unterschrieben und so hat nun jede Partei Anlaß die jeweils anderen als kleinliche Korinthenkacker im persönlichen Notizbuch der Feinde zu führen.
Technorati, Technorati, Technorati

Zurück

29. 8. 2005 von tulek

So, hier ist immer noch alles doof (eigentlich sogar noch doofer).
Technorati, Technorati

Bizarro Nachbarin

30. 6. 2005 von tulek

Wenn man seine StielaugenÄuglein nur weit genug aufsperrt, dann sieht man tolle Dinge.
Heute sah ich etwas, daß mich am Geisteszustand einiger Menschen, der Perfektion der Matrix und an meinem Verstand zugleich zweifeln liess.
Was mag ich wohl erblickt haben?
Nun ich verrate es euch: einen gehäkelten Schonbezug um den dicken Plastikschlauch der meiner Nachbarin Staubsaugersaugrohr mit dem EingabegerätStaubsauger verbindet. Und nicht in uni, nein patchworkbunt. Ich habe lang nachgedacht, warum macht sich jemand so eine Mühe, um dann beim Staubsaugen so bescheuert auszusehen? Es gibt nur eine Antwort: eine Phobie gepaart mit einer lebensbedrohlichen Allergie dicken Plastikschläuchen gegenüber.

Wer weiß woher ich den Titel geklaut habe?
Technorati, Technorati

Wernher von Brauns Vermächtnis

17. 5. 2005 von tulek

Als ehemaliger Bewohner des Einzugsgebietes des Luftwaffenflugplatzes Jagel sollte mich das Geräusch tieffliegender Düsenjäger nicht übermässig ängstigen, doch hier im beschaulichen Schwabenland ist es doch eine eher kuriose Ausnahme und so horchte ich verwundert, als ich das Brausen PS-starker Turbinen über mir vernahm.
Und ein Kontrollblick aus des Wohnungs Fenster liess nichts erkennen, denn die Wolken hingen schwer, bleiern-grau über diesem Pfingstmontag. Doch hübsch, ja geradezu kurios war die Tatsache, daß sonst nie zu erblickende Nachbarn, selbst Dachwohnungsbewohner alle an ihren jeweiligen Fenstern hingen und wir alle, für eine Sekunde dem gleichen Gedanken verhaftet, den Wolken entgegenstarrten.
Ein Stuttgarter Reifenhändler hatte den Ausfall der Bordelektronik seines Privatflugzeuges zu beklagen und war damit unfähig Funksprüche zu tätigen, vernünftig zu navigieren und so weiter und so fort, die Flugzeugbesitzer unter uns wissen wovon ich redeschreibe, also wurden zwei Phantom Düsenflieger hinaufbeordert, um mal nach dem Rechten zu sehen und mit vielen Handzeichen wurde dann der Konsens erzielt zu dritt den Stuttgarter Flughafen anzufliegen.
Was lernt mich das? Nun trotz der Gewöhnung an Kampffliegergeräusche merkte ich auf und so kann ich drohendes Unheil wahrnehmen, doch ist dies ein Segen? Sollte ich nicht vielmehr diesem Radau keine Achtung zollen, um so von kurz bevorstehender Gefahr (Weltuntergang, Klopapier alle, etc.) keine Kenntnis zu erlangen und dadurch friedlichere letzte Augenblicke verleben zu können?
Doch das gemeinschaftliche, ehrfürchtige Starren in unseren Äther liesse mich frohlocken, wenn ich als Anhänger des mosaischen Glaubens die Ankunft des Heilands erwartete. Da ich aber diesem Glauben nicht anhänge und ich auch meinen Nachbarn diese Glaubensform abspreche war dieser ganze Vorfall nichts als eine kurzfristige Unterbrechung des Trotts, eine Begebenheit von solch’ niedlich geringer Bedeutung, daß sich selbst ein referieren über diese nicht wirklich anbietet.
Technorati, Technorati

Die Tücken des Alter(n)s

27. 4. 2005 von tulek

Eine Beobachtung bei meinem derzeitigen Arbeitgeber hat mich mal wieder über das Älterwerden nachdenken lassen: ein älterer Herr mit Bundfaltenhose marschierte mir entgegen und schon aus 4 Metern Entfernung sah ich am linken Hosenbein ganz unten (da wo der Fuß beim Anziehen rausguckt) eine knallgelbe, und ich meine wirklich KNALLGELB, Wäscheklammer sitzen/klemmen.
Ist das das Alter? Einfachste Kontrollblicke nicht mehr zu tätigen/hinzukriegen

“Momentchen, sind da signalfarbene Wäscheklammern an meiner Büxe? Nein, gut dann kann ich sie ja anziehen…”

Zählen (schwäbische) Rentner Ihre Wäscheklammern nicht ab beim Auf-/Abhängen der Wäsche, die kosten ja auch Geld, das man/frau eventuell gar nicht hat.

“Oh, schon wieder eine Wäscheklammer geklaut, verdammte Jugendbanden, zu meiner Zeit waren wir noch bei den katholischen Pfadfindern, da gab es sowas nicht, naja dann kriegt mein kleiner Enkel Joshua eben kein Duplo beim nächsten Besuch…”

Ich, für meine Person, habe beschlossen nicht so zu enden, mit Wäscheklammern an dem einen Hosenbein, einer Socke im anderen und einem Holzkleiderbügel im Nacken, aber kann ich darauf zählen, daß es so für mich kommt, muß ich im Alter bei meinen Kindern leben, die mir sagen:

“Vater, Du hast schon wieder eine pinke Klammer am Hemdkragen sitzen, willst Du nicht endlich in ein Heim ziehen? So kann das nicht weitergehen, Deine Enkel werden schon gehänselt, weil Du immer so rumläufst und dein Zimmer könnten wir auch gut gebrauchen, Du weißt doch, daß ich mir schon lang ein Bügelzimmer wünsche…”

Am Besten man kauft sich beizeiten einen Trockner aus heimischer Produktion (wider die Globalisierung), um solchen Missgeschicken vorzubeugen. Rheuma, Ischias und lecke Blase sind doch nichts gegen diese Art unfreiwilliger Clownerie, die alte Menschen immer wieder an den Tag legen (das mit dem Kleiderbügel sah ich auch schon, allerdings war es in jenem Fall “nur” ein schlanker Plastikbügel).
Ein Prosit auf’s Alter!
Technorati, Technorati

Bundesagentur für Arbeit 2

3. 2. 2005 von tulek

So,
mit Müh und Not aus dem Bett gekrochen, um mich erst zum KernenerWikipedia Rathaus und dann zum WaiblingerWikipedia Arbeitsamt zu schleppen. Und ich war durchaus positiv überrascht, es gibt noch freundliche Menschen auf diesem Planeten (und modern eingerichtete Behörden, sogar eine Christo-Skizze zum verhüllten Reichstag galt es zu bewundern).
Heißt es eigentlich Kerner statt Kernener ? Egal …
Technorati, Technorati

Neue Heimstatt

3. 2. 2005 von tulek

So für alle Sichsorgenmacher Freunde und Bekannte ich bin gut und in einem Stück in Baden-Württemberg angekommen, mittendrin im schwarzen Land, wo die CDU seit Jahrzehnten nur verbrannte Erde hinterlässt, aber das ist ja eine andere Geschichte …
Technorati, Technorati